Selbst ein kleiner Nikolaus sein

Habt ihr schon einmal darüber nachgedacht, was Bischof Nikolaus für ein Mensch war und warum er für uns ein Vorbild sein kann? Wo können wir selbst kleine „Nikoläuse“ werden?

Marie, der kleine Nikolaus

Die Geschwister Tobias und Marie lieben die Adventzeit, denn da macht man so tolle Sachen, die man sonst nie unternimmt! Sie unterhalten sich über das Kekse backen und verkosten, über Türchen beim Adventkalender öffnen, Kerzen am Adventkranz anzünden, auf das Christkind warten und Weihnachtslieder singen. Auf einmal sagt Tobias: „Aber Marie, jetzt haben wir was Wichtiges in der Adventzeit vergessen!“ „Was denn?“, fragt Marie neugierig. „Den Nikolaus!“ Auf einmal wird Maries Gesichtsausdruck ganz traurig und sie versucht mit leiser Stimme ihrem kleinen Bruder zu erklären, dass der Nikolaus ja wegen Corona und der Reisewarnung in den Ländern heuer nicht kommen kann.

„Stimmt, das habe ich ja schon ganz vergessen“, sagt Tobias mit enttäuschter Miene. „Der ist ja auch schon mehrere Jahrhunderte alt, da gehört er sicher zur Risikogruppe.“ „Ja, genau wie Oma und Opa und die sollen wir ja auch so wenig wie möglich sehen, damit wir sie noch länger bei uns haben“, fügt Marie hinzu. „Ach Marie, heute ist doch der 6. Dezember und normalerweise würde uns um halb 5 der Nikolaus besuchen kommen. Ich habe auch schon das Nikolauslied auf meiner Trompete geübt. Wem spiele ich es nun vor?“, fragt Tobias seine große Schwester.

Auf einmal hat Marie eine Idee und sagt zu ihrem Bruder: „Warte ab, Tobias, du wirst heute schon noch die Chance haben das Nikolauslied auf der Trompete zu spielen, das verspreche ich dir!“ Und schon läuft sie schnell in ihr Zimmer hinauf. Sie räumt in ihrem Kleiderschrank herum, dann im Kasten der Eltern und sogar die Faschings-Verkleidungskiste wühlt sie durch, bis sie endlich findet, was sie sucht: Eine rote Jacke von Mama, einen schwarzen Rauschebart von Papas Piratenkostüm vom letzten Fasching („Vielleicht hat sich der Nikolaus ja einfach seinen weißen Bart schwarz gefärbt, Mama färbt sich ja auch ihre weißen Haare braun, weil es schöner aussieht“, denkt sich Marie), einen Skistecken von Tobias als Stab, den sie mit Alufolie umwickelt und schließlich noch ihren Turnbeutel, der als Nikolaussack dienen soll. Jetzt fehlt nur noch die Nikolausmütze, die Marie aus einem Karton ausschneidet, faltet, zusammenheftet und bemalt. Und schon ist der Marie-Nikolaus fertig.

Ich helfe heute dem Nikolaus aus. Er wäre mit Sicherheit sehr stolz auf mich, wenn er mich so sehen könnte.

Kurz vor halb 5 schleicht Marie sich aus dem Haus, um vor der Haustüre ihre Position als Nikolaus einzunehmen. Dann klingelt sie und ihre Mama öffnet erstaunt die Türe. „Ja Marie, was hast denn du da an?“, fragt sie ganz überrascht. „Ich bin nicht Marie, ich bin der Nikolaus für Tobias“, sagte Marie mit tiefer Stimme. Ihre Mama muss schmunzeln und ruft: „Tobias, ich glaube du hast Besuch! Komm doch mal her zu mir!“. Als Tobias zur Haustüre geht, bleibt er kurz vor Schreck stehen, aber sofort beginnt sein Gesicht zu strahlen und er lacht über beide Ohren! „Oh, lieber Nikolaus, ist das schön, dass du doch kommen konntest! Ich habe ein Lied für dich auf meiner Trompete einstudiert, möchtest du es hören?“

Eine Nikolaus-Geschichte von Eva Kerschhaggl, Katholische Jungschar Salzburg

Dieser Text ist auch im Rupertusblatt (Nr. 48/2020) erschienen. >>> Hier könnt ihr unsere Wochenzeitung abonnieren.

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