Adventgeschichte: Tobias und der Schneestern

Tobias liebt die Adventzeit. Am schönsten ist diese Zeit für ihn, wenn es schneit! Denn dann kann er hinausgehen, sich mit seiner großen Schwester Marie eine Schneeballschlacht liefern, Schneemänner bauen und schlittenfahren! „Ach, ich freue mich schon so auf den Schnee. Aber wo bleibt er denn nur?“, murmelt Tobias enttäuscht, während er aus dem Fenster blickt.

„Letztens, als meine Mama vor der Schule über eine halbe Stunde (also meiner Meinung nach waren es ja höchstens 10 Minuten!) auf mich warten musste, weil ich noch mit meinen Freunden Fußballsticker tauschen musste, hat sie mich so geschimpft und mir erklärt, wie unhöflich es ist, zu spät zu kommen.“ Tobias wird wütend: „Warum bekomme ich Schimpf, aber der Schnee nicht? Wer erklärt ihm, dass das, was er macht, unhöflich ist? Hat der eine Mama, die ihn schimpft?“

Um eine Antwort auf seine Frage zu bekommen, geht Tobias ins Wohnzimmer, wo sein Papa fernsieht, und fragt: „Weißt du, wer die Mama vom Schnee ist?“ Nachdenklich murmelt sein Papa: „Ahh natürlich: der liebe Gott! Er ist die Mama vom Schnee. So wie er auch die Mama vom Wind, von der Sonne und vom Regen ist. Aber Tobias, warum willst du das denn so dringend wissen?“

„Ja, Papa, weißt du, jetzt warte ich schon so lange auf den Schnee und er kommt einfach nicht. Und Mama hat letztens selbst zu mir gesagt, dass es unhöflich ist, jemanden warten zu lassen. Jetzt würde ich gerne der Mama vom Schnee einen Brief schreiben, damit sie den Schnee schimpft und er endlich zu mir kommt.“

Der Papa muss schmunzeln und nimmt einen Sohn fest in den Arm. „Ich verstehe es total, dass du auf den Schnee wütend bist. Du hast auch vollkommen recht, dass es unhöflich ist, andere warten zu lassen. Aber weißt du, der Schnee hat gerade sehr viel zu tun. Er muss nicht nur uns besuchen kommen, sondern auch andere Familien, die zum Beispiel in Amerika, Norwegen, Russland oder Schweden wohnen.“

Da wird Tobias‘ Gesicht traurig: „Ach Papa, ich vermisse den Schnee halt schon so und ich kann einfach nicht mehr warten.“ „Warum freust du dich nicht einfach auf den Schnee, anstatt böse auf ihn zu sein? Vielleicht kommt er ja dann schneller zu dir“, schlägt sein Vater vor. Auf einmal springt Tobias auf und sagt voll Freude: „Du hast recht Papa!“ und rennt in sein Zimmer.

„Ich schreibe dem Schnee einen Brief, in dem ich ihm sage, wie sehr ich mich auf ihn freue. Dann kommt er sicher schneller!“, denkt sich Tobias. „Nur, wohin schicke ich ihn, wenn der Schnee in Schweden oder in Russland steckt?“

Da kommt ihm eine Idee: „Ich schreibe der Mama, also dem lieben Gott, und bitte, dem Schnee von mir zu erzählen, wenn sie das nächste Mal mit ihrem Kind telefoniert (weil auch jeder, der älter ist, telefoniert doch einmal am Tag mit seiner Mama, besonders, wenn man weit weg ist, zumindest um schnell zu sagen, dass es einem gut geht). Tobias legt den Brief vor die Haustür. Am nächsten Morgen, ist der Brief wirklich weg und an seiner Stelle liegt ein blauer Glitzerschneestern mit einem kleinen Zettel: 

Lieber Tobias, ich habe meinem Kind deine Grüße ausgerichtet und ich soll dir vom Schnee diesen Glitzerschneestern geben, damit dir das Warten ein bisschen leichter fällt. Bis bald und einen schönen zweiten Advent! Ganz liebe Grüße, Mama vom Schnee.

Tobias konnte es kaum fassen. Er hatte noch nie so einen schönen Schneestern gesehen! „Mama, Papa! Schaut was ich vom Schnee geschenkt bekommen habe!“ 

Grübeln über den Zauber des Schnees

Tobias konnte es kaum fassen. Er hatte noch nie so einen schönen Schneestern gesehen. Was denkst du vom weißen Winterzeichen?

  • Freust du dich auf Schnee? Was tust du am liebsten, wenn es schneit?
  • Fällt es dir leicht oder eher schwer, auf etwas zu warten?
  • Findest du, dass die Zeit vom Nikolaustag bis Weihnachten eher schnell vergeht oder kommt dir das langsam vor?
  • Gibt es Anlässe, wo du ungeduldig bist und das Warten gar nicht aushältst? Zum Beispiel, wenn dein Geburtstag vor der Tür steht?
  • Hast du dich schon mal so richtig geärgert, weil du auf jemanden oder auf etwas sehr lange warten musstest?

Und so kannst du den Schneestern nachbasteln:

Du brauchst:
  • 4 Eisstiele aus Holz
  • Deko-Material wie Watte,
    Glitzersteine und Ähnliches
  • Kleber
  • Acrylfarbe
  • Pinsel

Und so geht‘s:

Bemale alle Eisstiele (Vorder- und Rückseite) in der Farbe, die dir gefällt. Wir haben zum Beispiel Blau gewählt. Wenn die Farbe getrocknet ist, klebst du die einzelnen Eisstiele zu einem Stern zusammen und lasse den Kleber trocknen. Danach kannst du deinen Schneestern beliebig verzieren, ob mit Glitzersteinen, Glitzer, Watte oder selbst Gemaltem – deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Zum Aufhängen ein Band ankleben, fertig!

Dieser Text ist im Rupertusblatt (Nr. 49/2020) erschienen. >>> Hier können Sie unsere Wochenzeitung abonnieren.

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