Stellen Sie sich vor: Da ist ein Stern – und Google weiß nichts davon. Da ist ein neuer Stern am Himmel aufgegangen – und die Nachrichtendienste haben ihn nicht auf dem Schirm.

Drei bisher unbekannte Sternexperten weisen darauf hin: Da ist ein Stern. Die drei Experten sind auf dem Weg, um mehr herauszufinden. Sie sind am Informationsaustausch interessiert. Aber alle relevanten Stellen haben den Stern bisher übersehen. Das ist ein Stern. Er leuchtet in der Dunkelheit.

Es ist heute gar nicht so einfach einen Stern zu sehen. Da sind so viele Lichter in den Nächten. Scheinwerfer, Bildschirme, Leuchtreklamen. Straßenlaternen, Schaufensterbeleuchtung, Lichterketten. Der Feinstaub tut sein übriges. Es ist heute gar nicht so einfach einen Stern zu sehen.

Wozu auch? Zur Orientierung gibt es das Navi auf dem Smartphone. Alles Wichtige erfahre ich über meine Stars auf den unterschiedlichen Medienplattformen. Wieviel Sterne frühere Kund*innen vergeben haben zeigt mir, was ich kaufen soll. Bin ich unzufrieden, werden Sterne abgezogen! Sterne? Die habe ich im Griff. Mit wie vielen Sternen bin ich wohl bewertet? Greif nach den Sternen, heißt es. Wenn meine Arme nur lang genug wären.

Ein neuer Stern zeigt den Ort an, wo in Bethlehem Jesus geboren wird, lesen wir im Evangelium. Der Geburtsort ist ein Provisorium, ein Stall. Die Eltern von Jesus sind auf Reisen, weil die Verwaltung bestimmt hat, dass sie sich eintragen lassen müssen in die Steuerliste. Noch sind sie nicht auf der Flucht. Das kommt erst später. Im Stall setzen bei Maria die Wehen ein.

Eine Geburt ist immer weltbewegend – jedenfalls für die betroffene Familie. Die Geburt von Jesus bewegt aber nicht nur die Welt, sondern den Kosmos. Was für ein seltsamer Gegensatz: Die Umstände der Geburt könnten kaum elender sein – und zugleich geht ein neuer Stern auf. A star is born. Das ist ein Zeichen. Es ereignet sich etwas ganz Neues. Dieses Kind wird die gewohnten Verhältnisse auf den Kopf stellen. Jesus bringt den Himmel auf die Erde.

 

 

Ein neuer Stern geht auf mit der Geburt von Jesus, denn mit ihm ist die Liebe neu geboren. Gott wird ein Mensch. Gott verschenkt sich selbst an die Welt mit der ganzen Fülle seiner Kraft und Zärtlichkeit.

Durch Jesus zeigt Gott mir Wege, die ich mir nicht hätte vorstellen können, Wege des Lebens. Durch Jesus wird mir klar, was wirklich wichtig ist. Durch Jesus erfahre ich eine ganz neue Freiheit. Angst wandelt sich in Achtsamkeit, Wut in Tatkraft, Trauer in Einfühlungsvermögen. Und Freude. Tiefe Freude. Als unsere drei „Sternexperten“ den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt, heißt es im Evangelium nach Matthäus (Mt 2, 10). Und im Lukasevangelium geht der Himmel auf und die Engel kugeln haufenweis' hervor: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens! (Lk 2, 14) Weihnachten. Alles ist gut.

Weihnachten. Auch heuer findet Weihnachten statt. Der Himmel kennt keinen Lockdown und verschlossene Türen halten Jesus nicht ab. Ich muss nicht nach unerreichbaren Sternen greifen, denn der Stern kommt zu mir. Lassen Sie sich von Jesus beschenken. Folgen Sie seinem Stern. Schenken Sie einen Stern weiter. Friede auf Erden. Alles wird gut.

Dieser Impuls kommt von Wolfgang Müller, Referent für Pastorale Grundsatzfragen im Seelsorgeamt der Erzdiözese Salzburg.

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