Veränderung

Vielmehr noch als das Ziel brauchen wir manchmal den Weg und das Gehen.

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Zwei Jünger befinden sich auf dem Weg nach Emmaus. Wir wissen zwar nicht, warum sie dorthin aufbrechen, doch für sie ist ihr Ziel klar. Vielmehr noch als das Ziel brauchen sie jedoch den Weg und das Gehen, um die Ereignisse der letzten Tage zu verarbeiten. Und mitten auf diesem Weg stößt Jesus zu ihnen. Doch anders, als bei den Frauen am Grab offenbart Jesus nicht sofort die Frohe Botschaft der Auferstehung, sondern die Jünger brauchen eine andere Herangehensweise. Recht unbedarft fragt Jesus, was denn passiert sei. Ausführlichst berichten die beiden Jünger von den Ereignissen der letzten Tage und von ihrer großen Hoffnung – ihrer Hoffnung auf Befreiung und Erlösung, die scheinbar so bitter enttäuscht wurde. Beim Lesen der Bibelstelle merkt man förmlich, wie schwer die Ereignisse auf ihrem Herz lasten. Die Trauer und die Enttäuschung sind zu groß.

Durch das Zuhören und Berichten lassen, setzt Jesus einen wichtigen Startpunkt, der auch auf dem Pilgerweg hilfreich sein kann: Er gibt den Jüngern einen emotionalen Ausgangspunkt. Er blickt mit ihnen auf das, was schmerzt, was aufgearbeitet werden will.

Erst wenn klar ist, wo das Herz steht, was das Herz so aufwühlt, kann ein (langsamer) Wandel beginnen.Anna Steinpatz

Denn wie soll eine Veränderung möglich werden, wenn das Herz noch mit ganz anderen Dingen beschäftigt ist und noch gar nicht bereit ist für Neues.

So kann auch auf dem Pilgerweg erst Veränderung eintreten, wenn das was war und ist einen angemessenen Raum findet, wenn benannt werden kann, was traurig, Angst oder gar wütend macht aber auch das, wovon das Herz vor Freude überquillt. Ganz wertfrei kann ich jetzt auf das schauen was bei mir da ist: Was treibt mich aus den letzten Tagen und Wochen noch um? Was hat mich bewegt? Was nehme ich mit? Was ist noch offen? Was sind meine Erwartungen und Hoffnungen für den Weg? Was meine Befürchtungen? Und was von alldem möchte ich vor Gott bringen, damit er es hört?

Gott, wie Jesus den Jüngern zugehört hat,
höre auch du meine Worte,
damit deine Veränderung beginnen kann,
damit das Wort Jesu in mir Raum finden kann
und mich jeder Schritt des Weges wandelt.
 

 

Der Text ist von Anna Steinpatz, Theologin und Krankenhausseelsorgerin in Salzburg.

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