Weihrauch

Ein Textimpuls zum Nachdenken von Silvia

In Südarabien und in Somalia wachsen Bäume, die ein besonderes Harz in
sich tragen. Es tritt nach außen, wenn der Baum verletzt wird.
Das Harz fließt aus den Wunden der Bäume. An der Luft wird es hart. Es
verschließt die Verletzungen und schützt so den Baum.
Beim Verbrennen entsteht balsamartiger Duft: Weihrauch.
Weihrauchkörner sind hart gewordene Wunden.
Jedes Korn hat seine eigene Größe, Form und Farbe.
Jedes Korn ist für sich zu einem kleinen, harten Schutzpanzer geworden.
Wir selbst spüren das von Zeit zu Zeit ähnlich.
Wenn wir enttäuscht oder verletzt werden, wenn wir schuldig werden,
bleibt manchmal eine harte Stelle zurück.
Häufig bleiben uns diese harten Stellen in uns verborgen. Denn, wir sehen
sie nicht gerne an, suchen nicht nach ihnen.
Manche Menschen sagen, dass sie hart geworden sind in ihrem Leben: Die
vielen Verletzungen haben sie hart gemacht.
Sie sind wie die Bäume, die sich mit festem Harz schützen, ihre Wunden
abdecken. Wenn das Harz der Bäume gesammelt und verbrannt wird, wird
aus dem Wundharz ein wunderbarer Duft.
Der Weihrauch kann uns zeichenhaft zeigen:
Das kleine, harte und unnachgiebige Weihrauchkorn ist nicht alles und
nicht das Letzte:
Die glühende Kohle macht es wieder weich,
verwandelt es in wohlriechenden, leicht aufsteigenden Rauch.

 

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