Hirtenwort zur SEI SO FREI Adventsammlung 2020

Liebe Schwestern und Brüder!

Mit dem Advent beginnt auch das neue Kirchenjahr. Was wird es uns bringen? Mit welchen Herausforderungen werden wir es zu tun haben?

Wenn ich auf das Jahr 2020 zurückblicke, dann hat uns – und die ganze Welt – die Corona-Pandemie in einem Ausmaß betroffen, das sich wohl niemand vorher vorstellen konnte. Viele Menschen haben ihre Lieben verloren, konnten sie nicht einmal begleiten oder sich von ihnen verabschieden. Auch wenn zeitweise sogar die Kirchen leer bleiben mussten, bin ich überzeugt, dass gerade wir als Kirche in solchen Notsituationen eine wichtige Botschaft zu verkünden haben. Jesaja hat sie so formuliert: „Tröstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott“ (Jes 40,1).

Dieser Trost weist den Weg aus der Not, die zu Zeiten des Propheten das Babylo­ni­sche Exil war. „Erheb deine Stimme, fürchte dich nicht! […] Siehe, da ist euer Gott“, heißt es ein paar Verse weiter (Jes 40,9). Das „Angst-Nehmen“ und „Trösten“ zeigt an, wie uns eine frohe Botschaft hilft, durch schwierige Zeiten zu kommen. Wobei Trösten nicht Bemitleiden meint. Trösten heißt: Mut schenken, stärken, ermäch­tigen.

Im Evangelium haben wir heute von Johannes dem Täufer gehört. Was mag ihn bewogen haben, prophetisch das Auftreten Jesu anzukündigen? Vielleicht waren es diese Worte Jesajas, der von einem tröstenden, verzeihenden und bei den Menschen ankommenden Gott spricht. Durch uns kann Er wirken – mit unseren Worten und mit unseren Taten.

Dieses Stärken von Armen, Trösten und Heilen von Kranken, Ernähren von Hun­gern­den ist auch das Anliegen von SEI SO FREI, der entwicklungspolitischen Organisation der Katholischen Männerbewegung. Seit über 60 Jahren sammeln unsere Pfarren im Advent für diese Entwicklungshilfe in den ärmsten Ländern der Welt, heuer ganz besonders für Kinder in Afrika.

Im Mukuru-Slum in Nairobi bieten die einfachen Hütten kaum Schutz gegen Hitze und Regen. Manchmal haben die Kinder nicht einmal einen Platz zum Schlafen. Sie haben Hunger, es fehlen Toiletten und fließendes Wasser. Die mangelnde Hygiene verursacht Krankheiten und sich im Armenviertel vor Corona zu schützen, ist unmöglich. Wenn alle auf engstem Raum leben, wie kann da Abstand gehalten werden? Wenn es kein sauberes Wasser gibt, wie sollen da Hände gewaschen werden?

In der Hauptstadt Kenias leben rund 60.000 Kinder auf der Straße. Ohne aus­reichend zu essen, ohne Chance auf Bildung, Schule oder Job. Gemeinsam mit Schwester Mary und den „Sisters of Mercy“ können wir das ändern: Tausende Schützlinge erhalten Hilfe. Sie bekommen Essen, Kleidung und können in die Schule gehen; es gibt medizinische Betreuung. Jugendliche erhalten eine Berufs­ausbildung. Damit haben sie eine Chance auf ein Leben in Würde.

Ich möchte Sie bitten, dieses Werk der christlichen Nächstenliebe mit Ihrer Spende zu unterstützen. Damit schenken wir den Kindern Hoffnung und Zukunft. So wie es auch schon der Heilige Nikolaus getan hat, an den wir uns heute ganz besonders erinnern. In den überlieferten Legenden ist er immer ein Freund der Kinder und Helfer in der Not. Er hat heimlich die drei Töchter eines armen Vaters beschenkt und einen Schiffskapitän überzeugt, den hungernden Menschen in Myra Korn zu geben. Gerade weil er unverhofft und unverdient geholfen hat, ist er so beliebt. Und wurde auch zum Schutzpatron der Kinder.

Ich wünsche Ihnen, liebe Schwestern und Brüder, Ihren Kindern und Familien eine gesegnete Adventzeit, Gesundheit und ein freudenreiches Fest der Menschwerdung Gottes!

Es grüßt und segnet Sie

Franz Lackner OFM
Erzbischof

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